persoenlich betreut

.
  Freude und Stabilität für Pflegebedürftige und Beeinträchtigte;
 Entlastung für Angehörige und SachwalterInnen.

Praxis /Tipps


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Faehigkeiten erhalten

Gepostet am 22. November 2016 um 17:10 Comments Kommentare (0)

ein Herr der technischer Konstrukteur und Heinwerker/ Hausbauer war. mit recht starker Demenz: ueber Malen und technisch Zeichnen kamen wir zum Modellbau und hier speziell zu Lego: mir scheint das eine fast ideale Herausforderung: plan lesen, dreidimensional konstruieren und die Feinmotik praktisch trainieren und Spaß macht es ihm auch wie mir scheint. Da eine Übersiedlung von Zuhause ins Pflegeheim erfolgte. Haben wir uns jetzt zweimalk mit Plan erarbeiten und gedächtnisstützen entwickeln und Schreiben befasst. es ist nämlich eine große Herausforderung für ihn vom eigenen Appartement ins Zimmer der Ehefrau zu finden und wieder zurück. Mal sehen ob diese Hilfestellungen zusammen mit der Übung dazu führen, dass er sich diese Wege noch einprägen kann... wäre fein für alle Beteiligten!

beachtliche Fortschritte

Gepostet am 13. Mai 2016 um 1:35 Comments Kommentare (0)

vor ca. zwei Monaten durfte ich beginnen mit Frau LB zu arbeiten. Sie lebt auf einer Betreuungsstation und ist durch Rufen und Schreien "auffällig" geworden und war körperlich für die Pflegepersonen breits ein vollkommener Pflegefall, mit der Kommunikation primär nur mehr als Einwegkommunikation möglich war. Durch validierenden Kontakt, Kommmunikation, Einlied-CDS, Mobilisierung auf der körperlichen Ebene konnte Ihre Lebensqualität merkbar verbesssert werden. Sie kommuniziert, sie nimmt Anteil, sie ist körperlich deutlich aktivier; Sie sucht sich aus was sie gerade machen mag und was nicht. Vor wenigen Tagen verlangte sie hinausfzufahren, den Vögeln zuzuhören, den WInd zu spüren. Wir waren dann noch im Eissalon. Das "Erschmecken und Bennennen" der unterschiedlichen Eissorten ging Ihr auch recht gut von der Hand :) ! lG

"Einlied-CDs"

Gepostet am 16. März 2016 um 20:55 Comments Kommentare (0)

Ich habe, wie mir scheint, eine recht interessante Entwicklung gemacht für demente Menschen in fortgeschritteneren Stadien: Ein Lied je CD in mehreren unterschiedlichen Interpretationen, verschiedenen SängerInnen, vokal versus instruental; So wird Überforderung vermieden wie sie nach meiner Wahrnehmung sonst für stark demente Menschen entsteht... erste praktische Erprobung; Ergebnis scheint vielversprechend.

was für mich Begleitung ist und warum Begleitung Hochbetagter

Gepostet am 3. März 2016 um 15:05 Comments Kommentare (0)

Begleitung heißt für mich:

- für den Begleiteten engagierter Spielpartner zu sein

- aber möglichst die Führung beim Begleiteten zu belassen

- (ausser es ist explizit oder gefühlt situativ anders gewünscht vom Begleiteten)

warum Hochbetagte:

- weil hier der sich mehr und mehr zuspitzende Perfektionismuswahnsinn unserer Welt ad absurdum führt/  totläuft.

- weil mit der Hochaltrigkeit eine Zuspitzung und Reduktion auf das Individuelle stattfindet.

Wald- und Wieseninhalte.... :-) "Outdoorpädagoik" mit Herrn H.

Gepostet am 5. Februar 2016 um 18:35 Comments Kommentare (0)

Vorbemerkung: Herr H ist von einer frühkindlichen Gehirnschädigung infolge Meningitis betroffen, d.h. er kann u.a. nur wenige Worte sprechen und hat mitunter autistische Züge und kann Emotionen gut aber nicht immer sehr differenziert ausdrücken. Er liebt es sich in der freien Natur zu bewegen und ist motorisch sehr geschickt und sicher unterwegs: je weniger Menschen und je mehr Natur desto lieber. Warum ich eingesetzt wurde: ich bin auch ausgebildeter Naturvermittler (WWF) und Herr H braucht als Gegenüber eine gefestigte selbstbewußte Persönlichkeit, da er bei schlechter Laune aggressiv-handgreiflich werden kann und ausserdem sehr langsam "auftaut", das heißt relativ wenig "Beziehungsemotionen" dem Betreuer zeigt.... nach einer Einarbeitungsphase von einigen Wochen gab es wie geplant bereits einige Ausgänge im Wienerwald, wo Herrn Hs Werkstatt liegt:

"3 von vier der bisherigen Ausgänge am Himmel waren gut bis sehr gut, wie ich meine, was deren Wert für Herrn H betrifft: zwei der Ausgänge waren wirklich ausgiebig (1 Std. bzw. 1,25), einer davon in den Wald und einer in die Weinberge, wobei wir jeweils die Natur in möglichst vielfältiger Weise „gekostet“ und genossen haben, im trockenen Laub gelaufen und geraschelt, Laub geworfen, in den Weinbergen im unebenen Geländen geklettert und balanciert, gefrorene Hagebutte gegessen, ein wenig die Caritas Spielgeräte am Spielplatz erkundet etc. etc.. Fast immer habe ich Herrn H Wanderlieder vorgesungen, auch häufig ein bis zwei Bananen als Wegzehrung mitgebracht, was sich auch recht gut bewährt um die Stimmung und das Durchhaltevermögen zu steigern wie ich meine. Meist grinst er mich mittlerweile zur Begrüßung und zwischendurch draußen beim Gehen an - oder er schnappt nach meiner Hand wenn er unsicher wird; Er ließ beim Klettern zum Teil auch zu, dass ich ihm helfend die Hand reichte. Letztens hat er sogar beim Abschied explizit reagiert und mich angegrinst, zum auf Wiedersehen sagen.

Auch die Kooperation mit den MitarbeiterInnen in der Tagesstruktur am Himmel entwickelt sich wie mir scheint positiv, einer der Mitarbeiter dort hat unter meiner Leitung bei Jung & Alt begleitet, wie wir gemeinsam letztens herausfanden...

Ich habe den Eindruck, dass es zutrifft, dass Herr H seelisch mehr von den Ausgängen in der freien Natur profitiert (und auch kognitiv weil es mehr Vielfalt und Herausforderungen bietet als der doch recht bescheidene Park in WG-Nähe). Weiters gibt es weniger Zigaretten zu finden und zu essen, was ich auch nicht gerade für einen Nachteil halte…

einige Bilder zur Illustration:


 


Katzenstickeralbum und Hemiplegie (Halbseitenlähmung) und alkoholinduzierter Demenz

Gepostet am 4. Februar 2016 um 0:50 Comments Kommentare (0)

Nach Trial- und Error Fehlschlägen, neben Musik und Reisefilmen eine Form der gemeinsamen Beschäftigung gefunden, die sowohl den Klienten dort abholt, wo er sich mit seinen Interessen und Neigungen befindet als auch Anregungen auf vielerlei Ebenen bietet: es ist recht "banal", ein Katzenstickeralbum. Sas "funktioniert" auf allen Ebenen und stößt auf nachhaltige Akzeptanz beim Klienten, der sonst sehr anspruchsvoll ist was Filme und Musik betrifft - auf dieser Ebene läuft es auch gut, da ich von seiner Rumpfsammlung im Heim ausgehend vorsichtig gebraucht Neues besorge...

Was mich selbst erstaunt, wie vielschichtg die Anregungen sind die das Stickeralbum bietet, gerade für einen Hemiplegiebeeinträchtigten:einerseits wird das Zählen und Sich Konzentrieren trainiert, beim richtige Stelle für den Sticker finden, danach wird die Koordination und Motorik trainiert, beim Aufkleben des Stickers. Besonders auf der Seite des Stickerheftes, die sich auf der schlaganfallsgeschädigten Seite befindet ist sowohl das Auffinden wie das treffsicher Einkleben eine große Herausforderung, die mit Unterstützung und Anerkennung aber bewältigt wird...

Wir arbeiten seit einigen Wochen fast jedesmal einige Zeit mit dem Album und Herr E. ist meist zustimmend wenn ich frage, ob er sich heute mit dem Stickeralbum beschäftigen will - er war Katzenbesitzer und erfreulicherweise hat er in dem Heim, mit meiner Begleitung, auch die Möglichkeit auf einer anderen Station lebende Katzen zu besuchen und dort Körper- und Streichelkontakt zu einem der Tiere zu genießen... (Fotos folgen)


aktuelle Entwicklungen zum Jahreswechsel 2015 / 2016

Gepostet am 5. Jänner 2016 um 19:00 Comments Kommentare (0)

Frau L. vermag ihre Bedürfnisse und Belastungen/ Demütigungen freier und auf sich bezogener auszudrücken - entsprechend schon etwas weniger drängt es sie "Schuldige" zu finden.

Ebenso fällt es Frau L. schwer, defizitbezogen verändert, mehr Hilfe oder andere Hilfsmittel oder Kleidungsstücke anzunehmen. Erfreulich, dass es dennoch jetzt zu gelingen scheint, ein neues Hörgerät, neue Schuhe und vielleicht langsam langsam auch einen Rollator anzunehmen.

Schimpf- und Anschuldigungstiraden werden seltener und schwächer.


Herr E. befindet sich psychisch und intellektuell einige Monate nach einem schweren Insult in einer deutlich besseren Verfassung als vor seinem Insult, als er durch psychische Beeinträchtigung und schwere langjährige Suchterkrankung nahezu jede Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit für irgendetwas ausser seiner Sucht verloren hatte. Im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten sind kontrollierte Ersatzdrogen, kreative Tätigkeiten, Erinnerungsarbeit, Musikgenuss mit Unterstützung wieder möglich, ebenso Fotografiebetrachtung über Dias. Ein Fotographieren mit Stativ ist für die wärmere Jahreszeit wieder denkbar


Frau K hat mit mir Gelegenheit ihre liebsten Reiseziele im Geiste immer wieder zu bereisen, dank Fotobildbänden und Reisedvds. Auch gezielter Musik- und Lyrikgenuß sind dank meiner Unterstützung möglich. Dauerndes Jammern und Deprimiertheit sind fast verschwunden (dort ist eine zweite Begleiterin tätig, die wieder Anderes, Ergänzendes, Wertvolles einbringt...)


Frau B.(wie Frau K. stark dement, Frau L. ist leicht dement) kann sich an mir und ihren BetreuerInnen abreagieren, Ihren Frust ablassen, aber auch mit mir lachen und Spaß haben. Wenn es sie freut können wir auch schön miteinander singen (Frau B. ist musikalisch)


Herr S. ist kürzlich leider verstorben. Sein kreativer Ausdruck, seine Selbstbestimmtheit, seine Möglichkeiten, seine Privatheit und sein Sozialleben zu regulieren und seine interessen nachzugehen war deutlich gesteigert worden. (Malen, Lesen, Ausflüge unternehmen, Zeit mit sich allein in seinem Zimmer verbringen und selbst entscheiden, wann er wo lebt.)


Die Familie von Frau P. hat die Begleitbeziehung zwischen ihrer Mutter und mir wieder beendet. Aus meiner Sicht konnte Sie mir gegenüber nicht ausreichendes Vertrauen aufbringen. So hätte die Arbeit keinen Spaß gemacht - wäre nicht mehr auhentisch und frei und lebendig gewesen.


Herr M., durch eine frühkindliche Meningitis stark kognitiv beeinträchtig, beginnt langsam sich mit mir als Spaziergehbegleiter anzufreunden. Er freut sich wenn ich komme, rennt gleich los und grinst mich laufend und erfreut an während des Ausgangs...


Frau G.hat sich ein Auge operieren lassen, am grauen Star, was ihr sehr schwer gefallen ist. Die OP verlief sehr erfolgreich. Frau G. ist immer wieder von starkem Mißtrauen und Ängsten bedrängt. Immerhin läßt sie sich partiell unerstützen, ein sehr netter und liebenswürdiger und zuverlässiger Mensch ist Frau G. Hoffentlich wird sie noch viel freudige und erfreuliche Erlebnisse haben und sich daran erfreuen können in ihrem Leben


Frau K (vor längerem schon verstorben) war sehr dement und leider von starken Ängsten heimgesucht. Gemeinsam mit den sehr engagierten Söhnen gelang es mit Zuwendung, gemeinsamem Singen vetrauter Lieder, gemeinsamem Ansehen von Liebelingsffilmen noch einige schöne Zeiten zu bereiten. Viel mehr war leider nicht zu machen, da diese recht bald nachdem wir einander kennenlernten an Lungenentzündung erkrankte und infolge daran verstarb.

Fest der Menschlichkeit

Gepostet am 6. Dezember 2015 um 20:15 Comments Kommentare (0)

Ein liebenswürdiger und geschätzter Kollege hat diesen "Aufmacher" erfunden, Michael Rath, er stammt nicht aus meinem Gehirn, scheint mir aber, worüber ich im Folgenden berichten möchte, äußerst passend:

Eine ältere Dame, keine Hochaltrige, aber eine Seniorin, mit signifikant ausgeprägter Ängstlichkeit und von ihr selbst massiv angefeindeter und abgelehnter psychiatrischer Diagnose, paranoid zu sein, muss sich an beiden Augen einer Star-OP unterziehen.

Zwei Voruntersuchungstermine im Spital/ Krankenhaus führen zu der Einschätzung bei untersuchenden Ärzten, die Operation sei ausschließlich in Vollnarkose durchzuführen. Frau X. bildet sich ihren eigenen Willen und ich schließe mich als Gerontologe und jemand, der sich für die Inklusion von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen einsetzt an: Sie will nur ein Auge zuerst operiert haben, und mit Lokalanästhesie.

Gemeinsam beschließen wir diesen Wunsch zu vertreten, andernfalls unser Glück "mit Null beginnend" in einem anderen Spital zu versuchen...

Ich bringe das Anliegen telefonisch ein und finde unter den administrativen KundenbetreuerInnen der Ambulanz eine Person, die sich freiwillig für das Anliegen zuständig macht und persönlich dran bleibt und mir persönlich Ansprechpartnerin bleibt; dies überrascht mich positiv und ist sehr erfreulich.

Nach einigen Telefonaten erhalten wir einen Untersuchungstermin, auch um dieses Anliegen vor einer ÄrztIn vorbringen zu können.

Die nächste positive Überraschung zeigt sich bei nämlicher Untersuchung im Spital:

Wir werden auf die stationäre Aufnahme zur Untersuchung geschickt: dort gibt es eine stellvertretende Stationsschwester, welche die "Voranamnese mit Frau X. durchführt (auch weil keine Ärztin gerade Zeit hat/ oder war das nur ein Vorwand?) vielleicht rückblickend ein Glück, denn irgendwie schließen die beiden Frauen einander ins Herz - um nicht zu übertreiben wenigstens können die beiden miteinander schnell...in Ermangelung eines Arztes der Zeit hat/ einer ÄrztIn  werden wir doch auf die Ambulanz geschickt.

Auf die Rückseite eines "Zetterls", das auf die Formulare die Frau X. zur Untersuchung mitbekommt, schreibt die stv Stationschwester eine "Geheimbotschaft": soweit ich mitbekomme steht darauf, dass Frau X. in Zusammenhang mit einer Narkose "Vergewaltigungsängste" habe... - eine Frau zu Frau Botschaft

Nach langem Warten wird Frau X. dort ausführlicher von einer weiblichen Ärztin von der Station untersucht. Wie es das Glück oder der Plan will wird Frau X. von einer jungen Ärztin untersucht welche - obwohl während der Untersuchung eine Vertreterin der „nur-unter-Narkose-weil unzurechnungsfähig-Partei“ ins Untersuchungszimmer tritt mit dem Einwand, der Dr. ..... habe bereits entschieden, dass in diesem "Fall" nur mit Narkose zu operieren sei - sich rasch entschließt, dem Anliegen von Frau X. in Lokalanästhesie operiert zu werden stattzugeben!!! Irgendwie kann ich es noch heute kaum glauben.

Nun nehmen die Dinge "ihren Lauf": Frau X. wird von einem jungen Arzt untersucht und für die OP instruiert. Dieser ist anfänglich recht barsch - nach einem kurzen Wortwechsel zwischen ihm und mir diesbzgl. wird er freundlicher und freundlicher und untersucht und instruiert Frau X. mit großer Wertschätzung und auf Augenhöhe...

Nach nochmaliger Ermutigung und Beruhigung im zweiten Gespräch durch die Stv Stationschw für Frau X. verlassen wir hochzufrieden das Spital.

Einige Tage später folgt der große Tag der ersten OP: vor Acht Uhr finden wir uns im Spital ein: zweimal heißt es für Frau G. und mich sehr lange warten an jenem Tag. Das ist für uns beide zwar recht anstrengend - wir sind von 07:45 bis 14h auf diese Art im Spital und hätten noch länger gewartet nach der OP wenn ich mir nicht die ausnahmsweise Erlaubnis geholt hätte auch ohne Entlassungsbrief Frau X. entführen zu dürfen, da Sie morgen ohnehin nochmal kommt zur Nachuntersuchung.

Eine weitere tragende Rolle aus meiner Sicht bei diesem "Fest der Menschlichkeit" hat der Krankenträger der Frau X. zur OP bringt und wieder auf die Station bringt nach der OP. Wieder kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier vielleicht die Stv Frau Stationsschwester Regie führt: Ist es denn Standard, dass der Krankenträger mit im OP-Saal bleibt und die Klientin wieder persönlich zurückbringt. Als Standard klingt das fast zu schön um wahr zu sein. Auch er war stets liebenswürdig und wertschätzend und freundlich, sowie höchst geduldig mit Frau X., die ganze Zeit über.

 

Bei den - aus meiner Sicht - RegisseurInnen von diesem Fest der Menschlichkeit haben wir uns mit DM-Gutscheinen im Wert von je € 15 bedankt. Es was mir innerlich nicht möglich Bonbonnieren zu schenken, wie man es aus dem Sachwalterbüro vorgeschlagen hat, aber das ist ca. der Wert einer größeren Bonboniere bei Aida... irgendwie auch ungerecht, weil zwei Hauptrollen auf dieser Ebene unbedankt blieben, der Ärztin habe ich allerdings mündlich nach der OP rückgemeldet und gedankt.

 

die Moral der Geschicht´ (dreierlei von vielen Möglichen Aspekten):

a) für psychisch Kranke Menschensind Erfolgserlebnisse besonders wertvoll und potentiell Heilung bringend, dies war definiv eines für Frau X.

b) möglich, dass es im Spital Vorbildwirkung entfaltet, wenn ein Mensch mit psychischer Beeinträchtigung solches Vorvertrauen erhält und dieses auch vollstens rechtfertigt. (was vielleicht das unangebrachte Vorurteil entkräften hilft, psychisch kranke Menschen seien unberechenbar. Das sind Sie keineswegs; sie sind partiell in ihrer Lebensbewältigung beeinträchtigt, weil "anders". Sie sind aber berechenbar darin, was ihnen schwerfällt und wo Sie aber auch im Gegensatz dazu genauso wie "Normale" ganz normal oder sogar besser "funktionieren" als "Normale".

c) der Kapitalismus ist durchwegs zweigesichtig / Janusköpfig: Sozialstaat in den entwickelten Weltregionen wird finanziert mit Ausbeutung in anderen Weltregionen. Als Minimodell mag dafür auch die 24-Stundebetreuung als Beispiel gelten - mit allen ihren Für und Wider. Jetzt zum Punkt: Die zweckrationale, den einzelnen "versachlichenden" Dynamik des Kapitalismus tendiert auch dazu, über die Bedürfnisse / Eigenheiten und die Menschwürde des Individuums "drüberzuwalzen" wenn es in die Mühle des Spitals- und Pflegeheimbetriebs gerät. Wie schön wenn es eine Art "Guerillatruppe der Menschlichkeit" innerhalb des Spitalsorganismus gibt, die entgegen der Zweckrationalität, bei der das System zweckrationelle Effizienz über die Würde der einzelnen Patientin stellt negiert bzw. sogar aktiv zuwiderhandelt. Das freut mich und rührt mich: kaum wage ich zu hoffen dieses Beispiel könnte Schule machen, ich lasse mich gern darin positiv überraschen: Vorerst ist es für mich ein berührendes Moment von menschlicher Freiheit im positiven und sozialer Intelligenz von der Art wie es all überall an dunklen Orten und Zeiten aufblitzt. Sozusagen die Schindlers und Wallenbergs der Zivilgesellschaft und von heute...

 

 

anders als "Normalbürgerin" - dennoch gleichberechtigt im Gesundheitssystem?

Gepostet am 24. November 2015 um 18:20 Comments Kommentare (0)

Diese KlientIn, Frau G. ist sehr furchtsam. Sie lebt in einer Einrichtung des Wiener Hilfswerks für Frauen. Sie ist keine geriatrische KlientIn sondern eine "jüngere Ältere".... Nun müßte und will sie sie sich aber einer Staroperation unterziehen. Mein Auftrag ist sie bei Voruntersuchungen, bei der Entscheidungsfindung und bei der Durchführung der OP zu begleiten und zu unterstützen, kurz bei allen Angelegenheiten, die die Kommunikation mit ÄrztInnen, Gesundheitspersonal und Spitälern in dieser Angelegenheit betreffen. Und die Behauptung der eigenen Wünsche in Spitälern und anderen großen Einrichtungen im Gesundheitssystem ohnehin nicht einfach ist auch für „NormalbürgerInnen2 – aus meiner persönlichen Sicht und Erfahrung. Da sie sonst auch ein recht großes Mitteilungs- und Austauschbedürfnis hat, bin ich mitunter auch Ansprechperson in anderen Angelegenheiten. Ein weiteres Problem von Frau G. ist eine geringe Frustrationstoleranz, was dazu führt, dass Frau G. ganz rasch mit "Schuldigen" für Rückschläge, Misserfolge, Missgeschicke bei der Hand ist. Selbstverständlich versuche ich NICHT Ihr die "schützenden Feindbilder" zu nehmen, jedoch Sie in möglichst wertschätzender Weise dahingehend zu unterstützen, dass Sie möglichst Erfolgserlebnisse in Ihrem Leben erlebt, möglichst ohne Ihr dabei mehr abzunehmen als unbedingt nötig ist. Erwartungsgemäß geht hier alle Entwicklung sehr langsam vonstatten...


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